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SUMMER NOSTALGIA / HOW LIFE GOES ON NOW

München, Deutschland 10/11/2015

In letzter Zeit herrschte ein großes Wirr-Warr in meinem Leben. Viel Chaos und Planlosigkeit. Alles worauf ich mich die letzten Monate konzentriert hatte war das Abitur. Ich wollte mein Abi möglichst gut hingekommen, um dann alle Möglichkeiten zu haben und das hat dann zum Glück mit viel Anstrengung auch geklappt. Nach dem Abitur habe ich dann die Zeit vor allem fürs Reisen genutzt; ich wollte neue Leute und vor allem auch mich selbst wieder etwas besser kennenlernen. Daheim ist mir die Decke einfach auf den Kopf gefallen, ich konnte mich nicht mehr entspannen und stand wie unter Strom. Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass ich in diesen Paar Wochen, in denen ich unterwegs war wirklich wieder zur Ruhe gekommen bin.





Insgesamt war ich zwischen Juni und August vielleicht 3 Wochen zu Hause und genau das habe ich gebraucht. Ich brauchte Abstand um die Dinge wieder klarer und aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Selten habe ich so viel gelacht und so viele schöne Momente erlebt, wie in diesem Sommer. Am meisten habe ich tatsächlich die Zeit bei meinem Onkel genossen. Ich hatte die Möglichkeit so viele neue und tolle Menschen kennenzulernen und einfach mal auf eigene Faust eine neue Umgebung zu erkunden. Außerdem habe ich mein Niederländisch verbessert. Nach diesem „Urlaub“ in Holland kann ich sogar sagen, dass ich es mir auch vorstellen könnte, dort mal länger zu bleiben als nur ein Paar Wochen.  



Neben dem Sammeln von zwischenmenschlichen Erfahrungen habe ich die Zeit auch genutzt, um über meine Pläne für die (nähere) Zukunft nachzudenken. Ich habe überlegt wer ich momentan bin bzw. wie ich mich momentan selbst wahrnehme, was ich möchte und wie ich das am besten umsetze. Ich fasste den Beschluss, auf jeden Fall von zu Hause weg zu gehen, vielleicht nicht unbedingt im Sinne von „Ich gehe ans andere Ende der Welt, bloß weg.“, sondern vielmehr beschloss ich auf jeden Fall in eine größere Stadt und definitiv und wirklich zu 179238 Prozent weg vom „Land“ zu gehen. Nachdem ich in Amsterdem Menschen aller Ethnien mit unterschiedlichsten persönlichen und religiösen Ansichten kennenlernen durfte wurde mir klar, wie sehr ich diese Weltoffenheit, Toleranz und die Möglichkeit der freien Entfaltung in meiner Heimatstadt vermisse. Damit möchte ich auch keinesfalls irgendjemanden von dort beleidigen aber an der Stelle zitiere ich am besten einfach mal einen guten Freund von mir: „In einer Kleinstadt könntest du deine Persönlichkeit einfach nicht voll entfalten“.





Räumliche Distanz war irgendwie ja immer schon immer etwas ganz natürliches in meiner Familie; mein Vater ist nach Deutschland ausgewandert, alle anderen irgendwo anders hin. Mein Onkel aus Holland ist somit auch der näheste Verwandte, der Rest ist von den Staaten, über Neuseeland und England, bis nach Japan und Norwegen quer über den Globus verstreut. Die „Wanderlust“ liegt mir also irgendwie im Blut. Trotz der räumlichen Distanz riss der Kontakt zu meiner Familie im Ausland nie ab und auch wenn ich einen Großteil meiner Familie noch nie persönlich gesehen habe, weiß ich, dass auf jeden einzelnen immer Verlass ist und das bedingungslos und jederzeit.  



Wenn ihr an dieser Stelle meines Textes angekommen seid, dann erst Mal Respekt fürs Durchhalten. Vermutlich fragt ihr euch jetzt „Oh mein Gott, wo geht sie denn jetzt hin und was macht sie denn jetzt großartiges? Geht sie ins Ausland?“ aber was das betrifft, muss ich hier gleich mal abbremsen.

Abiball

Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher, wohin ich gerne gehen möchte. Ich wusste zwar, dass ich unbedingt Studieren will aber wo und was genau ist mir bis dato noch nicht zu 100 Prozent klar, aber ich denke so ist das Leben. Das Leben ist ungewiss und manchmal muss man sich einfach in die Wellen stürzen und sehen wohin sie einen letztendlich treiben. Meine Entscheidung ist auf München gefallen. Ich fange in München an der LMU an, zu studieren. (Für alle unwissenden: Bislang habe ich in einem kleinen Örtchen ca. 1,5 Stunden weg von München, fast schon an der tschechischen Grenze gewohnt). Für den ersten Umzug erschien mir München als gute Wahl und ich habe mich zum ersten Mal seit langem wieder auf mein Bauchgefühl verlassen.  



Jetzt fragt ihr euch sicherlich auch, was ich denn eigentlich Studieren werde, also lüfte ich das Geheimnis mal. Ich habe mich für den Studiengang Kommunikationswissenschaft entschieden und bin bislang auch super zufrieden damit. Die Dozenten und Kommilitonen, die ich bisher kennenglernt habe sind alle total nett und cool drauf und das Fach klingt nach wie vor so interessant wie am Tag der offenen Tür. Ich denke also, ich habe mich für das Richtige entschieden, aber natürlich kann man am Anfang nie genau wissen, wohin einen der Weg letztendlich führt. Also mal sehen, was in der nächsten Zeit noch so passieren wird.




 Was genau jetzt der Studiengang ist und wie ich dazu gekommen bin, erzähle ich euch ein ander Mal (Ich werde wahrscheinlich bald einen Gastbeitrag auf einem anderen Blog schreiben, in dem es darum gehen wird.).

Und für alle die vielleicht selbst gerade auch noch in der „Selbstfindungsphase“ sind habe ich zum Schluss noch ein Zitat:

„Things might not always go as planned but they'll always end up as they should.“



S.

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Published by Selin Mina. Powered by Blogger.

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