Social icons

SEL SPEAKS UP: ABOUT IDENTITY PROBLEMS OF HALF-CASTS. WHERE DO I BELONG?

11/17/2016

🇺🇸

I can't even tell you how often I've been asked this one specific question so far. A question that's so superficial on the one hand and so profound on the other. A question that doesn't require much creativity to come up with and still says so much about a person in my situation. A question that most definitely every half-cast has to face every once in a while.

''Which culture do you feel you belong to?''

So many people have asked me this question. No matter if it were friends, strangers or even my own parents; everyone seemed to have felt the urge to ask me about my feelings of identity at some point. Though I can't really answer this one real soundly. There's no right or wrong, no yes or no. There's anything and everything; there are so many aspects that you think of, you just can't answer it right away. Or at least I can't and I think most half-casts can't.

Because growing up with two different cultures equally you can't just pick one 'side'. It's like asking a kid to decide whether they prefer their mom or dad. Unless they project bad experiences onto one of them they won't be able to simply pick one parent. Just like I - having grown up between Sauerbraten (beef roastmarinated in vinegar and herbs; typical Bavarian food) and Zereshk Polo - can't just pick a favorite. Because there are pros and cons to everything. Aspects you love and others you despise. My German correctness for example has already helped me a lot in the past but so did my charming Persian sense of humor. So how should I decide? Which culture do I like better?

Not everyone's talking about it but I am sure that this topic is one that's on a lot of kids', teenager's and even young adult's minds. Because apart from facing normal teen-problems we also have to figure out our identity when growing up. It's a question that's so crucial for our life to come. Our whole way of living revolves around this question. Especially when differing ideals from both cultures meet. Combine this issue with very influencing friends and a kid really doesn't know what to think anymore.

I myself feel like I've been on an emotional rollercoaster in the past few years and especially as a teenager: That one carneval costume I must have worn five years in a row (I was a Persian folclore dancer every single year). The sudden wish to change my Name to 'Anna Müller' when I was ten. Discussions with my grandfather ending with him insisting on the claim that 'a real Bavarian girl' had to wear a Dirndl instead of leather pants. All the fast car journies with my dad listening to the new Arash single loudly and the weird moment when I accidentally walked into the room while my aunt was doing her daily prayers in the direction of Mekka. Somewhere between German patriotism, ghetto slang (maybe my turkish friends and I should join a gang and become thugs??) and 'aroosak' on endless playback I tried to find my place. Either fully German or fully Persian. Until I came to a conclusion that I still fully support. 

dressing up as an angel while waiting for Santa to come visit us w/ my Persian Grandmother // mit meiner persischen Oma und als Engel verkleidet auf den Nikolaus warten 


Growing up with two cultures isn't a bad thing at all. It doesn't have to mean I am neither one nor the other. In contrary, it's a gift:

I get to be both.

I can always excuse my chronical unpuncuality and my spelling mistakes by blaming my Persian genes (I only use commas when I want to, I mean I'm just half German.) and whenever I drink a bit to much I can say I am Bavarian (I mean beer's from Bavaria my friends!). I'm hoarding gifts for relatives I haven't even met yet, have a heart as big as the Persian Golf itself and just love to eat (but only if I get to sleep afterwards). I have the ability to think rationally, work precisely and am the best planner you've ever met. 

So how do I feel now? Persian, German? I feel just like what I am: I mix of both. 'Of course only the best from both worlds.' would be a great big lie but I mean if I already get to experience two countries and their manners there at least gotta be some edges (In fact the subway never really had a delay and I am not planning on being punctual next time either.).

So to all the half-cast kids out there trying to find themselves: You've got some of one and some of the other culture and that's a good thing! You're a great mix of both. Don't try to be something you're not just to belong somewhere. I mean icecream with chocolate and vanilla doesn't exist for no reason, too, right? 


a three year old big in business in my dad's store

I loved sliding down the rugs pretending they were actual slides


🇩🇪

Ich denke mittlerweile kann ich fast schon nicht mehr an zwei Händen abzählen, wie oft mir diese eine Frage bisher schon gestellt wurde. Diese eine Frage, die so oberflächlich und gleichzeitig so tiefgründig sein kann. Eine Frage, der es nicht viel Kreativität bedarf, die aber dennoch so grundlegend viel über einen Menschen in meiner Situation aussagen kann. Diese eine Frage, die wahrscheinlich jedem Mischlingskind regelmäßig begegnet:

"Welcher Kultur fühlst du dich eigentlich zugehörig(er)?"

So oft wurde ich schon gefragt und so oft habe ich mir selbst schon darüber Gedanken gemacht. Egal ob Freunde, neue Bekanntschaften oder sogar meine eigenen Eltern; Jeder empfand wohl schon einmal den Drang, mich nach meinem Identitätsgefühl zu fragen. Und dabei kann ich darauf oft selbst nicht mal eine klare Antwort geben. Schließlich gibt es hier weder ein richtig noch falsch, kein einfaches ja oder nein. Es gibt alles und nichts; eine Frage, die viel zu viele Aspekte umfasst, um sie aus dem Stegreif beantworten zu können. Oder zumindest ist das bei mir so und ich würde mal behaupten beim Normalfall.

Denn wer gleichermaßen mit zwei Kulturen aufwächst und diese sogar im Blut trägt, kann sich im Regelfall nicht einfach so für eine der beiden "Seiten" entscheiden. Das ist so als würde man ein Kind fragen: "Wen magst du lieber, Mama oder Papa?". Sofern das Kind nicht speziell mit Mama oder Papa schlechte Erfahrungen verbindet, wird es sich niemals klar für einen Elternteil entscheiden können. Genauso wie ich - irgendwo zwischen Sauerbraten und Zereshk Polo aufgewachsen -  nur schwer einen Favoriten wählen kann. Denn es gibt immer Vor- und Nachteile; Aspekte, die einen besonders ansprechen und diese, auf die man auch verzichten könnte. Die Deutsche Korrektheit zum Beispiel ist mir in meiner jungen Laufbahn schon oft zugute gekommen, wobei mir auch meine persische Prise Humor schon oft aus der Patsche geholfen hat. Wie soll ich mich also entscheiden? Welche Kultur entspricht mir eher?

Wenn es auch nicht Jeder ausspricht, bin ich mir sicher, dass es genau dieses Thema ist, das so viele Kinder, Jugendliche und selbst junge Erwachsene beschäftigt. Denn neben den klassischen Teenie-Problemen plagt uns Mischlingskinder beim 'Groß-Werden' auch noch die Frage nach unserer Identität. Eine Frage, die so entscheidend für unsere Lebensgestaltung ist. Gerade, wenn unterschiedliche Ideale der Kulturen aufeinanderprallen. Und wenn dann noch ein stark beeinflussender Freundeskreis eine Rolle spielt, weiß man sowieso garnicht mehr, was man selbst denken soll. 

Ich selbst habe das Gefühl, ich befand mich in den letzten Jahren und vor allem meiner Jugendzeit auf einer Achterbahn der Gefühle: Das Faschingskostüm, das ich wohl 5 Jahre lang in Folge getragen haben muss (Ich war jedes Jahr wieder eine persische Folkloretänzerin). Der plötzliche Wunsch als Zehnjähirge meinen Namen in 'Anna Müller' umbenennen zu lassen. Die Diskussion mit meinem Großvater, dass 'a echts bayrischs Madl' ein Dirndl und nicht  etwa eine Lederhose tragen sollte. Die rasanten Autofahrten mit meinem Vater und der neuen Single von Arash in voller Lautstärke und natürlich der merkwürdige Moment, als ich versehentlich ins Wohnzimmer platzte und meine Tante beim täglichen Gebet in Richtung Mekka störte. Irgendwo zwischen Deutschem Patriotismus, möchtegern Ghettoslang (vielleicht sollten meine türkischen Freundinnen & ich uns einer Gang anschließen und  Thugs werden??) und 'Aroosak' in Dauerschleife versuchte ich meinen Platz zu finden. Entweder ganz Deutsch oder eben ganz Persisch. Bis ich zwischen dem ganzen Wirr-Warr zu einem Entschluss kam, hinter dem ich bis heute stehe.

me in my first Dirndl


Mit zwei Kulturen aufzuwachsen ist nichts Schlechtes. Es muss nicht heißen, dass du weder das eine noch das andere wirklich bist. Im Gegenteil, es ist eine Bereicherung, ein Geschenk:

Ich darf beides sein. 

Meine chronische Unpünklichkeit und gelegentlichen Rechtschreibfehler kann ich mit meinem persischen Gen entschuldigen (Kommas setze ich nur, wenn ich Bock drauf habe, bin ja nur halb Deutsch.) und wenn ich mal zu tief ins Glas sehe, bin ich eben Bayerin (Bier kommt schließlich aus Bayern, Freunde). Ich horte Geschenke für Verwandte, die ich noch nicht mal kenne, habe ein Herz so groß wie der persische Golf selbst und Esse leidenschaftlich gern (aber nur mit einem kleinen Schläfchen danach). Ich kann rational denken, präzise Arbeiten und bin ein unglaublich guter Planer. 

Also wie fühle ich mich nun? Persisch, Deutsch? Ich fühle mich genau als das was ich bin: Eine Mischung aus Beidem. 'Natürlich nur das beste von jeder Kultur!' wäre absolut gelogen, aber das wäre ja auch zu einfach. Wenn ich schon das Privileg genießen darf ein lustiger Mix zu sein, müssen da ja auch Ecken sein (Meine U-Bahn hatte um ehrlich zu sein fast noch nie Verspätung und ich habe auch nächstes Mal nicht vor rechtzeitig anzukommen.).

Also an all die Kids in meiner Situation, die gerade auf der Suche nach ihrem Selbst sind: Du hat ein bisschen was von dieser und ein bisschen was von der anderen Kultur und das ist gut so! Du bist eine gute Mischung. Versuche dich nicht zu verrenken und zu verbiegen, nur um irgendwo dazu zu gehören. Softeis mit Schokoloade UND Vanille gibt es schließlich auch nicht ohne Grund. 

family gatherings all over the world with the Persian Fam

using an empty sack of rice as a bag seems legit, doesn't it?



send your questions, suggestions & more to: column@selinmina.com

Kommentare

  1. You grew up into a beautiful woman... Good to have two backgrounds of parents.Your family look good...


    Brendascouch.com

    AntwortenLöschen
  2. So wonderful!!Great!!Your blog is G O A L.I follow you,follow back? 😍

    nywonderland-xoxo.blogspot.com

    AntwortenLöschen
  3. Selin ein wunderschöner Text :) Ich glaube, ich habe dir diese Frage noch nicht gestellt, aber ich finde das Thema super interessant! Besonders gefallen mir natürlich deine Kinderfotos (hihi)

    Küsschen :*

    Vivi | TheRubinRose

    AntwortenLöschen

Published by Selin Mina. Powered by Blogger.

WHERE I'VE BEEN TO