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SEL SPEAKS UP: 'NEVER SAY NEVER' - JUST A JUSTIN BIEBER SONG OR A REAL GOOD ADVICE FOR LIFE?

München, Deutschland 12/08/2016

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"I always said I'd never wnat to date a man that's shorter than me and now here I am." she said in her white gown right before the ceremony started. "Another Asian is not in a million years something I'd consider." she said and her friend replied: "Yeah just as I'll never ever date a Turkish guy.". "You say you tend to pick someone who's got a lot in common with your own father but I could never imagine that! I mean how weird would that be?!" she said laughing.

I bet all of you have already heard someone say something like or has even been in this position themselves. How many times do we say "NEVER" followed by our alleged horror story. And how often did these things come true after all? When I came back from my exchange programm in France I used to tell my mother how much I despised French men (by that time rather said "boys"). I used to go on and on about how I would never ever want to date a French guy and all she did was mock me saying "Yes sure, we'll see. I bet you'll marry a French man someday!". Some years later I actually know a few French guys who really are nice and I can't even remember why I was so against these compatriots now.

And then there's the thing with the Persian guys: "I'd never ever date a Persian guy!" I said. I am so proud of both of my cultures but do I really need another giant Persian family? Isn't mine enough? Do I really need more Abdugh, cheek pinching and words spoken in a melody? I doubt(ed) it. My mom couldn't imagine that for me either. Until I met more and more Persian guys. I didn't even notice this little invasion of more and more southeners in my life unitl my best friend mentioned that this one particular guy looked a lot like my father. "I don't mean to say something weird but he could also be your father's son. You guys look like brother and sister." (Thanks again for the lovely picture in my head). And that's when I started to think about my "never ever" statements.  

"Never say never" - a Justin Bieber song and a statement I never really thought highly of. A big fat lie btought to us by someone who's been rejected. "Never say never, Jessica. One day we'll be together, that I know for sure!" or something like that. But at some point I started wondering what had happened to all the "never" statements I had put out there. I can only laugh when thinking of "I will never drink coffee.", "Z and I will never break up." was a joke anyways and "I'd never wear pool slippers in public" is one I'd like to take back again, too (I think...). So why even put those nevers out in the first place if we take them back later?


Why do we give some things such a big fat no although they end up catching us anyways? 

Do we say "never" secretly knowing that it would actually be a good match? Do we say "never" just because we want to bridle some sort of plan made up for us? Or is it just that our "fears" catch us eventually and we accept our fates too easily? Which way does it go?

My dad always says: "Don't run aways from anything. It will catch you if you don't face it." (If I took anything from life it's for sure that, dad.). And he's right. Whenever I just thought of running away, my problem was almost around the corner already. So it could be true that our fears catch up on us at some point and we can't really do anything against that. But it would also make sense to say that we try to be someone we're not for a moment, that we rebel until we see that something's not that bad after all. It makes sense: Your parents love Peter, the neighbour's son so you automatically say you'd NEVER EVER date Peter. Just because you can. Or you secretly admired Marco this whole time but you don't want anyone to find out about your crush on him so you rather go with "I'd neeeever go out with Marco" instead. Either way possible (although alternative no. 2 is SO Pre-School). I guess we'll never quite know. Is it just the fault in our stars or a selfimposed play?

So in this case the key to luck is to simply go with this formula without asking much. (Please don't adopt this to other areas in life!) NEVER SAY NEVER sounds like a plan you can simply go along with. A simple "not" will do it for a while and that way we won't have to find an excuse when we come around with Giuliano from the bar with the weird hairstyle next time.



pics shot by Therubinrose // edited by me


🇩🇪 

"Ich habe immer gesagt, ich würde niemals einen kleineren Mann daten und jetzt stehe ich hier." gestand sie in ihrem weißen Kleid kurz vor der Zeremonie. "Ein anderer Asiate kommt für mich auf garkeinen Fall in Frage." meinte sie, woraufhin ihre Freundin antwortete: "Ja, genauso wie ich niemals mit einem anderen Türken zusammen sein wollte!". "Es heißt doch immer, man sucht sich jemanden, der so ist wie der eigene Vater, aber ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. Stell dir das doch mal vor, wie merkwürdig wäre das!!" sagte sie lachend.

Mit Sicherheit hat so einen, oder einen so ähnlichen Satz auch jeder von euch schon einmal gehört. Oder vielleicht sogar selbst ausgesprochen? Wie oft sagen wir "NIEMALS" oder "NIE" gefolgt von unserer angeblichen Horrorvorstellung. Und wie oft holt uns diese dann plötzlich ein? Nach meinem Frankreich-Austausch habe ich immerzu über französische Männer (damals wohl eher noch "Jungs") geschimpft. "Nieeemals würde ich einen Franzosen wollen!" meinte ich und schon als Argument gleich noch hinterher, dass ich die französischen Filme sowieso auch ganz fragwürdig finden würde und es mir deshalb erst drei Mal nicht vorstellen könnte, mich auf einen dieser Landsmänner einzulassen. Mittlerewile weiß ich garnicht mehr genau, weshalb ich so extrem abgeneigt war (Bin ich damals auf einer Schleimspur ausgerutscht? Spaß!) , aber woran ich mich noch erinnere, als sei es gestern gewesen, ist die spottende Reaktion meiner Mutter: "Jaja, und ein Franzose wirds dann sein, den du heiratest!" behauptete und drohte noch damit, mich zu einem späteren Zeitpunkt auszulachen. Tatsächlich kenne ich heute ein Paar sehr nette Franzosen; da war zwar noch nicht der Richtige dabei, aber ich bin zumindest nicht mehr ganz Contra. 

Und da wären ja noch die Perser: "Nieeemals würde ich einen anderen Perser daten!". Ich bin stolz wie Bolle auf beide meiner Kulturen, aber noch eine riesengroße persische Verwandtschaft? Reicht meine nicht schon aus? Noch mehr Abdugh, Backenkneifen und Sing-Sang? Hm. Das konnte sich meine Mutter dann auch nicht ganz für mich vorstellen. Plötzlich lernte ich aber einen Perser nach dem nächsten kennen und das bemerkte ich Anfangs noch nicht mal. Doch spätestens als meine beste Freundin eines Tages mit einem "Ich will ja nix sagen, aber..." anmerkte, dass XY ja gut der Sohn meines Vaters sein könnte - "Schau doch mal! Der könnte auch dein Bruder sein." - fing ich an mir über meine großen "NIEEEEMALS"-Aussagen Gedanken zu machen.

"Sage niemals nie." hielt ich immer für eine große Lüge. Von jemandem in die Welt gesetzt, der selbst zurückgewiesen wurde: "Sag niemals nie, Sibylle. Wir kommen eines Tages noch zusammen, ich glaube daran!" oder so Ähnlich. Viel gehalten habe ich davon jedenfalls nicht, bis ich angefangen habe, sämtliche "niemals" zu analysieren und zu sehen, was eigentlich aus ihnen geworden war. An "Ich werde niemals Kaffee trinken." kann ich nur schmunzelnd zurückdenken, "Ich würde mich niemals von XZ trennen." war sowieso ein Witz und "Ich würde niemals Adiletten tragen." nehme ich denke ich auch wieder zurück. Also warum überhaupt ein "niemals" in the first place, wenn wir es dann sowieso wieder revidieren? 

Weshalb streuben wir uns wehement gegen bestimmte Dinge bis sie uns schließlich einholen? 

Sagen wir NIE und wissen insgeheim, dass wir es uns doch ganz gut vorstellen können? Wollen wir uns einfach aus Prinzip gegen das Vorhergesehene, eine Art Plan für uns, wehren, obwohl dieser sogar ganz kompatibel für uns wäre? Oder ist es vielmehr so, dass uns unsere "Ängste" am Schluss einfach einholen und wir uns zu schnell ergeben? In welche Richtung verläuft diese Spirale?

Mein Papa meint immer wieder: "Renne niemals vor irgendetwas weg, es wird dich immer wieder einholen, wenn du dich ihm nicht stellst." (wenn ich etwas aus meiner Erziehung mitgenommen habe, dann das, lieber Papa). Und er hat vollkommen Recht, denn wann immer ich auch nur ans wegrennen dachte, war das Problem oder meine "Angst" schon fast um die Ecke. Also könnte es gut sein, dass uns die Dinge, die wir am meisten meiden wollen am Ende des Tages einfach einholen. Aber genauso gut kann es auch möglich sein, dass vielmehr ersteres zutrifft und wir schlichtweg versuchen einmal etwas zu sein, das wir nicht sind. Die Eltern finden Peter, den Sohn der Nachbarin, ganz besonders sympathisch, also wollen wir Peter schon mal aus Prinzip garnicht erst kennenlernen. "Peter würde ich nieeeemals daten.". Oder aber wir finden Marco ganz süß, wollen es aber keinesfalls zugeben: "Mit Marco würde ich ja niemals ausgehen.". So oder so (wenn auch letzteres Beispiel SO Pre-School ist) ist alles möglich und niemand wird wohl wirklich ganz dahinter kommen, was es damit letztendlich auf sich hat. Nur ein Trick des Schicksals oder selbstinsziniertes Schauspiel? 

Was wohl also der Schlüssel zum Glück ist, ist einmal nicht nachzudenken und diese Formel unhinterfragt zu übernehmen. (Bitte nicht in anderen Bereichen nachmachen.) SAGE NIEMALS NIE klingt nach einem Plan, den man irgendwie umsetzen kann. Also versuchen wir es doch mal, niemals nie zu sagen. Ein einfaches "Nicht" sollte es vorerst auch mal tun. So müssen wir uns beim nächsten Mal auch nicht mehr rechtfertigen, wenn wir plötzlich mit Giuliano, dem Typen aus der Bar mit der komischen Frisur, um die Ecke kommen. 


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1 Kommentar

  1. Liebe Selin, was für ein mega beeindruckender Beitrag. Ich habe mich sehr häufig wieder gefunden. Früher habe ich manche Sachen auch komplett abgelegt und gesagt, das ich sie NIE machen würde. Aber mittlerweile bin ich hier offener für alles geworden. Im Gegenteil ich finde es nun spannend andere Kulturen, Länder oder auch Menschen kennenzulernen, obwohl man dies früher doch eher abgelehnt bzw. nicht für einen relevant gehalten hat. Und ich finde es gut so, da ich dadurch ganz viele neue Eindrücke gewinnen konnte.
    Hab noch einen tollen Adventssonntag.
    Alles Liebe
    Marcel
    http://www.marsilicious.com

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Published by Selin Mina. Powered by Blogger.

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